Mittwoch, 16. September 2009

Das Berufsfeld Alltagsbegleitung

Die Zahl dementer alter insbesondere hochbetagter Menschen nimmt immer mehr zu. Auf verschiedenen Ebenen wird derzeit

versucht, diesem Personenkreis in besonderer Weise zu begegnen. Stichworte hierzu sind Entlastung betreuender Angehöriger,

Ausbau von Angeboten der Tagespflege, Aufbau tagesstruktrierender Gruppen in Heimen, Schaffung von Hausgemeinschaften,

Wohngruppen für demente alte Menschen, Wohngemeinschaften usw. Diese Angebote können nur dann ihre beabsichtigte Wirkung

entfalten, wenn dort Betreuungskräfte eingebunden werden, die über entsprechende Kompetenzen im Umgang mit dementen alten

Menschen verfügen.





Mit dem neuen Berufsbild „Alltagsbegleiter dementer alter Menschen" eröffnen sich für Einrichtungen der stationären, teilstationären

und ambulanten Altenpflege sowie für Krankenhäuser mit geriatrischen und gerontopsychiatrischen Fachabteilungen neue

interessante Möglichkeiten, das eigene Angebot, das Leistungsspektrum zu erweitern oder zu ergänzen.



Diese neuen Mitarbeiter haben ihr Tätigkeitsfeld genau zwischen Pflege und Therapie. Sie finden ihr Aufgabengebiet in dem Bereich,

in dem keine anderen Mitarbeiter zuständig sind - in der Gestaltung und Strukturierung des Alltags dementer alter Menschen. Die

Begleitung der Dementen Persönlichkeiten bei den alltäglichen Dingen, die Einbindung in den Tagesablauf stellt sich als hilfreiche

und sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Pflege­- und Betreuungsangeboten dar.



Für den ambulanten Bereich eröffnet sich mit dem Einsatz
von qualifizierten Alltagsbegleitern ein ganz neues
Angebotsspektrum. Die

Betreuung von Menschen mit Demenz in der häuslichen
Umgebung stellt Angehörige, Nachbarn und auch ambulante
Dienste oft vor

große Probleme. Ein Betreuungsangebot mit speziell für
diesen Bereich geschulten Alltagsbegleitern kann direkt zur
Lösung dieser

Probleme beitragen. Eine Finanzierungsmöglichkeit für
ambulante Dienste ergibt sich u.a. über das Pflegeleistungs-
ergänzungsgesetz

Einrichtungen, die Konzepte für besondere Dementenbetreuung
planen, haben mit dem Einsatz von qualifizierten Alltagsbegleitern

MitarbeiterInnen, die sich in ihrer 7-monatigen über 1000
stündigen Qualifizierung speziell auf den Umgang und die Arbeit mit

dementen Persönlichkeiten geschult haben. Sie werden bereits
von vielen Einrichtungen in Wohngruppen, Wohn- und
Hausgemeinschaften, aber auch in integrativen Betreuungssituationen
eingesetzt. Im stationären und teilstationären Bereich der
Altenpflege kann hier durch das Angebot der Alltagsbegleiter eine
Intensivierung der Betreuung dementer Bewohner erreicht werden.
Die dementen Bewohner werden ruhiger, ausgeglichener, zufriedener.

Gleichermaßen wirkt dies auf die Angehörigen der Bewohner.
Besondere Entlastung erfahren die MitarbeiterInnen des

Pflegebereiches in ihrem täglichen Aufgabenfeld - sie
gewinnen Zeit für andere Bewohnergruppen.



Zugangsvoraussetzungen/ Zielgruppe



Das Qualifizierungsprojekt richtet sich an Personen,
die eine hohe Bereitschaft haben:



- sich beruflich auf demente alte Menschen einzulassen

- mit ungewöhnlichen Verhaltensweisen umzugehen

- sich persönlich auf Situationen und Menschen einzulassen



Vorgängige Berufserfahrungen in hauswirtschaftlichen,
sozialen, therapeutischen, pflegerischen oder
künstlerisch-handwerklichen

Berufsfeldern sind nicht Bedingung, können aber von Vorteil sein.

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